Nie wieder ist jetzt

Anne HelmCarsten SchatzFranziska BrychcyAus dem AbgeordnetenhausRechtsextremismus

Zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ am 27.Januar erklären die Vorsitzenden der Partei Die Linke Berlin, Franziska Brychcy und Maximilian Schirmer sowie die Vorsitzenden der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Anne Helm und Carsten Schatz:

„Wir gedenken am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee, der Millionen Opfer des deutschen Faschismus und Nationalsozialismus.  In diesem Jahr wird besonders deutlich, dass es nicht genügt, die Erinnerung an das unvorstellbare Leid der Opfer von damals wachzuhalten.

Das antisemitische Massaker der Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres hat uns zutiefst erschüttert. Mehr als eintausend Menschen wurden brutal ermordet, weil sie Jüdinnen und Juden waren. Die seitdem stattfindenden antisemitischen Übergriffe sowie Anschläge auf Gedenkstätten, Synagogen und andere Orte jüdischen Lebens in Berlin haben Jüdinnen und Juden in unserer Stadt in Angst versetzt. Das ist unerträglich und dem stellen wir uns entschieden entgegen.

Ebenso entschieden begegnen wir den Plänen rechtsextremer, rechtspopulistischer und manch konservativer Kreise unsere Demokratie zu zerstören und Menschen, die nicht ihren Vorstellungen vom Deutschsein entsprechen, des Landes zu verweisen, ihnen ihre Staatsbürgerschaft zu entziehen oder gar sie zu deportieren. Wir vergessen nicht, dass die Ermordung von Millionen von Menschen mit der Ausgrenzung, Diskriminierung, Ausbürgerungen und Vertreibung von Jüdinnen und Juden, Sinti:zze und Rom:nja, People of Colour, queeren Menschen, Menschen mit Behinderungen, Kommunist:innen und Sozialist:innen und vielen anderen begann. Es ist unsere Verantwortung zu verhindern, dass sich die barbarischen Verbrechen des Nationalsozialismus jemals wiederholen.

Die Erinnerung wachzuhalten, bedeutet für uns deshalb mehr als nicht zu vergessen. Es bedeutet, sich entschlossen gegen rechte Erzählungen und Hetze zu stellen. Es bedeutet, die politische Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Positionen zu führen. Und es bedeutet aktiv zivilgesellschaftliches Engagement gegen rechts zu unterstützen. Wir müssen die Demokratie aktiv verteidigen, heute und immer.

Deshalb sind wir Teil der Hunderttausenden, die in diesen Tagen gegen die Gefahren von rechts und für Demokratie auf die Straße gehen und unterstützen sie mit all unserer Kraft.

Nie wieder ist jetzt!“