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Carsten Schatz im Zentrum für Demokratie

Zwischen Problemkiez und Aufbruch: Schöneweide

Carsten Schatz im Gespräch mit den Moving Poets
Im BIZO informiert sich Carsten Schatz bei Sebastian Thron über die soziale Lage im Ortsteil
Der Vizepräsident der HTW Archäologe Prof. Matthias Knaut führt Carsten Schatz über das Gelände der Hochschule

In der Michael-Brückner-Straße neben dem Bürgeramt befindet sich das Zentrum für Demokratie. Es wurde 2004 als Reaktion auf die in den Bezirk verlegte NPD-Zentrale gegründet. Die demokratische Zivilgesellschaft kann in Schöneweide durchaus auf Erfolge zurückblicken: „Das Verschwinden der Nazikneipe Zum Henker und des Szeneladens Hexogen haben die Atmosphäre spürbar verbessert, aber es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kiez weiterhin ein Brennpunkt ist – nicht zuletzt weil teils hochrangige Rechtsextremisten hier leben“, erläutert Lisa Gutsche vom Zentrum. Außer dem jährlichen Fest für Demokratie und der Betreuung des Bundesprogramms Partnerschaften für Demokratie, für das übrigens noch dringend Projektvorschläge bis 22. September erbeten sind, ist Aufklärung und Vernetzung im Umfeld von Treptow-Köpenicker Unterkünften für Flüchtlinge nötig und eine wichtige Aufgabe.

Für ein buntes Schöneweide setzen sich auch die Moving Poets ein, die in der Hasselwerderstraße 22 untergekommen sind. „Hier fanden Ausstellungen und Konzerte unter anderem im Rahmen von Kunst am Spreeknie und der Fête de la musique statt“, berichtet Lutz Längert. Die ehemalige Fabrikantenvilla, in der einst Ariernachweise ausgestellt wurden, die in der DDR durch das Wehrkreiskommando und später vom Bezirksamt genutzt wurde, stand zum Verkauf durch den Liegenschaftsfonds. Inzwischen möchte die Senatsverwaltung für Bildung studentisches Wohnen hier unterbringen, wie das in das in dem alten Haus vernünftiger Weise organisiert werden soll, bleibt dabei ihr Geheimnis. Die Bezirksverordnetenversammlung hat jedenfalls gefordert, durch einen Pachtvertrag den Kulturstandort zu sichern und so Investitionen in das marode Gemäuer zu ermöglichen.

Seit 1991 finden im Bürgerinformationszentrum Oberschöneweide (BIZO) Renten-, Mieten- und Sozialberatungen statt. Vorläufer war eine vom Neuen Forum organisierte Arbeitnehmerberatung. Sebastian Thron, Vorsitzender des Trägervereins Werkstatt für Bildung und Begegnung, will zwar keine Rückschlüsse auf die soziale Entwicklung ziehen. Hat aber den Eindruck, dass der Beratungsbedarf in der letzten Zeit gestiegen ist. „Bezahlbare Wohnungen werden nicht mehr, aber es gibt sie schon noch, jedenfalls wenn man keine Schulden hat und einen deutschen Namen trägt“, sagt er.

Die Parkplätze sind knapp und die Straßenbahnen morgens voll. Der Archäologe Prof. Matthias Knaut schwärmt dennoch vom Campus Wilhelminenhof und zeigt malerische Ausblicke auf die Stadtlandschaft, die sich aus den Gebäuden heraus eröffnen. Der Vizepräsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft würde am liebsten mit allen 13.000 Studierenden nach Schöneweide ziehen. Das Wechseln zwischen den Standorten in der Wilhelminenhofstraße und der Treskowallee koste Synergien und stehe dem Zusammenwirken der Hochschulangehörigen entgegen. Die Bereiche aus Karlshorst könnten im Peter-Behrens-Bau untergebracht werden, dann müssten noch eine Turnhalle und ein Audimax geschaffen werden. Auch ein klassisches Studentenheim wäre nicht schlecht, besonders ausländische Studierende würden dies nachfragen.

In den 1990er Jahren fast vollständig deindustrialisiert, bot Schöneweide kaum Perspektiven. Hohe Erwerbslosigkeit und Rechtsextremismus wurden mit ihm identifiziert. Doch Veränderungen sind zu spüren: Der Charme der Industriearchitektur und die HTW ziehen inzwischen neue Bewohnerinnen und Bewohner und Kulturschaffende an, auch Arbeitsplätze entstehen wieder. Damit geht aber auch ein Wandel einher, der nicht problemlos ist: Die Angst vor Verdrängung wächst bei den Alteingesessenen. Der Abgeordnete Carsten Schatz, der zum Kiezspaziergang durch Schöneweide eingeladen hatte, findet, dass man Veränderungen aufgeschlossen gegenüberstehen muss: „Wir freuen uns, wenn die Nazis weg sind. Aber alle anderen sollen teilhaben und, wo nötig, geschützt werden.“ Eine Milieuschutzsatzung, mit der eine Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und Luxussanierungen verhindert werden können, wäre ein Instrument, das der Bezirk selbst in der Hand habe.

 

Text: Philipp Wohlfeil
Fotos: Joseph Rohmann


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