Schlossplatztheater und Alte Möbelfabrik müssen bleiben!

Das Schlossplatztheater ist weit mehr als ein Spielort: Es ist ein soziales Zentrum, in dem sich Jugendliche, Künstlerinnen und Nachbarinnen begegnen, sich bilden und kulturell entfalten können. Die abrupte Entscheidung der Senatskulturverwaltung, die Basisförderung ab Januar 2026 komplett zu streichen, ist ein direkter Angriff auf die Kultur- und Bildungsarbeit im Berliner Südosten.

Die Kürzungen folgen dem neoliberalen Dogma, Kultur nur dann zu unterstützen, wenn sie sich ökonomisch rechnet. Doch gerade freie und kommunale Theater leisten einen unschätzbaren Beitrag zur demokratischen Willensbildung, zum kritischen Denken und zur Kunstvermittlung – eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, die nicht in kurzfristigen Haushaltsüberlegungen untergehen darf.

Wenn ich lese, dass Birgit Grimm und ihr Team die Nachricht aus der Presse erfahren haben und nicht durch persönliche Gespräche eingebunden wurden, offenbart das die Gleichgültigkeit der CDU-geführten Senatsverwaltung gegenüber den Menschen, die tagtäglich diese Institution am Leben erhalten. Hier zeigt sich der antidemokratische Kern dieser Kürzungspläne. 

Es sind nicht nur drei Arbeitsstellen in Gefahr, sondern Hunderte Freischaffende, die als Gastregisseurinnen, Musikerinnen, Technikerinnen und Dozentinnen auf diese Bühne angewiesen sind. Die Schließung würde ein Netzwerk zerstören, das seit 30 Jahren kontinuierlich aufgebaut wurde und vielen jungen Menschen erste Chancen in der Kulturszene eröffnet hat.

Als Linksfraktion fordern wir daher:

1.    Sofortige Rücknahme der Förderkürzung durch den Senat und verbindliche Zusagen für eine verlässliche Finanzierung ab 2026.

2.    Transparente Kulturpolitik: Gespräche mit den Betroffenen und Einbindung lokaler Akteur*innen müssen zur Grundlage jeder Entscheidung werden.

3.    Stärkung der kommunalen Haushalte: Der Bezirk Treptow-Köpenick hat bereits Mittel bereitgestellt, doch ohne die Landesförderung reicht das nicht aus.

4.    Gesellschaftliche Teilhabe sichern: Freie Kulturstätten sind Orte der Begegnung und des Lernens – hier entsteht Demokratie. Wer sie kappt, unterminiert unsere solidarische Gemeinschaft.

Wir appellieren an alle Kulturschaffenden, Initiativen und Bürgerinnen: Schließt euch den Protesten an, schreibt an die Senatspolitikerinnen, unterstützt die laufenden Petitionen und Kundgebungen vor Ort. Nur gemeinsam können wir verhindern, dass das Schlossplatztheater als Opfer einer kalten Sparpolitik in Vergessenheit gerät und zeigen, dass Berlin #unkürzbar ist. Nächste Gelegenheit dazu ist am 11.09.2025, ab 8.00 Uhr, vor dem Abgeordnetenhaus.

Kultur muss solidarisch, emanzipatorisch und basisdemokratisch sein. Die Entscheidung über die Zukunft des Schlossplatztheaters darf nicht in Hinterzimmern fallen. Wir fordern eine Kulturpolitik von unten – im Interesse aller Berliner*innen.